Schloss  Röderhof                        I Home  I Karl Friedrich von dem Knesebeck I Historische Übersicht I Restauration des Schlosses I

Geschichte

Carl Friedrich von dem Knesebeck, preussischer General der Infanterie und königlicher Generaladjutant, erhielt von König Friedrich Wilhelm III von Preußen 1822 als Dotation in Anerkennung treuer dem Staate und königlichem Hause geleisteter Dienste als Dotation Teile des ehemaligen Klosters Huysburg und die königliche Domaine Röderhof mit 528 ha Acker- und Waldflächen.

1823 beginnt Knesebeck den schönen Traum einer Sommernacht zu realisieren. Es ist durchaus möglich , daß Friederich Wilhelm III an dem Konzept des Schlösschens gestalterich mitgewirkt hat. Auf dem Gutsgelände wird ein Wohnhaus, welches über einem großen Gewölbekeller stand, abgebaut und eine romantische Schlossanlage in mittelalterlichen Formen erstellt. Knesebeck nutzte Teile abgerissener Bauten des ehemaligen Klosters Huysburg, das 1804 säkularisiert worden war. An das asymmetrische Hauptgebäude mit nordsüdlicher Längsachse schließen im Süden und im Norden zwei Türme an, die auf unterschiedlichem Grundriß, achteckig und viereckig, mit unterschiedlicher Bedachung sowie wegen des abfallendes Geländes in unterschiedlicher Höhe errichtet wurden. Das Anwesen ruht auf einem Felsen. Östlich vom Hauptgebäude wurde eine Kapelle errichtet, in die drei Joche des Kreuzganges eingefügt wurden. Auch den verfallenen Kreuzgang der Huysburg ließ v.d.Knesebeck 1830 unter Verwendung von 10 weiteren Jochen im Schloss wieder aufbauen. Er begrenzt den Schlosshof nach Süden. Durch die mittleren Joche ist über eine Freitreppe der höher gelegene ehemalige Rosengarten zu erreichen.

Im Park befindet sich die zum Schloss gehörende Flüstergrotte, erbaut 1840, allerdings nicht so wie heute zu sehen ist. Die zwei romanischen Säulen stammen aus einer Tempelanlage des Schlosses, welche bei der Restaurierung 1958 in die Grotte integriert wurden.

Knesebeck waren die ersten Bemühungen der Denkmalpflege nicht fremd. Es erscheint deshalb durchaus denkbar, daß er millelalterliche Fragmente aus den Ruinen der Huysburg nach Röderhof brachte, um sie vor dem völligen Untergang zu retten. Zugleich wird damit sein neu erbautes Schloss in eine historische Tradition gestellt. Dies kann als Symptom einer politischen und gesellschaftlichen Restauration gesehen werden. Mit dem Bau des Schlosses Röderhof in mittelalter-lichen Formen und unter Verwendung von mittelalterlichen Originalen aus der Huysburg hat Knesebeck zugleich wohl auch bewußt zur damaligen Debatte in der Architektur, ob Mittelalter oder Antike, die als Vorbild der modernen Baukunst dienen sollte, Stellung bezogen. Dr.Sybille Heise

Schloss Röderhof 1841/76
Tempel 1965, Grotte 1992
Kreuzgang 1954 und 2002